Matthias Grünewald

Matthias Grünewald wurde von den Kunsthistorikern zum Antipoden Dürers stilisiert. Grünewald war vor allem Maler, Dürer Zeichner. Dürer interessierte sich für das humanistische Gedankengut seiner Zeit, Grünewald war Mystiker – zumindest stellt man ihn sich so vor. Denn Grünewalds Biografie ist im Dunkeln geblieben.

 

Das Dunkel beginnt bei Grünewalds Lebensdaten. Geboren um 1475/80, gestorben 1528, wenn die Identifizierung mit dem Maler Mathis Gothart-Nithart richtig ist. Nach anderer Auffassung gibt es keinen Hinweis auf das Geburtsjahr und das Todesjahr wird um 1531/32 vermutet.

 

 

„Kreuzigung“ oder „Magdalenenklage“

 

Kopie nach einem um 1515 entstandenen Original von Grünewald. Kopiert 1648 von Christof Krafft. Das Originalgemälde ist nicht erhalten.

 

Angesichts der gewaltigen Kreuzigung des Isenheimer Altars fragt man sich, ob der Künstler hiermit nicht alles zum Thema gesagt hat? Würde er dieses Sujet je wieder neu gestalten können? Ein Blick auf die Magdalenenklage sagt uns – er konnte.

 

Grünewald packt sein von ihm mehrfach behandeltes Thema erneut und originell an! Wir blicken von hinten auf ein roh behauenes Kreuz. Eine Leiter führt den Blick nach oben. Grünewald malt den Kopf vom Arm verdeckt und lässt nur den Umriss des Gekreuzigten mit dem zum Bersten gespannten Brustkorb wirken.

 

In der Tat wäre Dürer von seinem Malerkollegen wahrscheinlich befremdet gewesen, sollte er ihm je begegnet sein. Am nächsten steht er ihm in seinem Frühwerk, der Apokalypse und der Großen Passion. Doch Dürer hatte sich mit diesen Werken von seinen dunklen Gedanken befreit, während Grünewald die Nachtseite des Lebens nicht mehr verlassen hat.