Hans Holbein

Hans Holbein der Jüngere (1497 – 1543) ist ein künstlerisches Großkaliber. Seine Malerei erinnert in der Sorgfalt und Vollkommenheit ein wenig an Van Eyck und an die besten Werke von Dürer. Unter dem Gesichtspunkt des Fortlebens der Gotik im 16. Jh. spielt Holbein allerdings kaum eine Rolle, und so werden an dieser Stelle nur wenige und nicht repräsentative Bilder von ihm vorgestellt.

 

 

„Der Leichnam Christi im Grabe“, Gemälde (1522)

 

Geradezu einen Schrecken kann dieses Gemälde verursachen. Dostojewski soll an den Rand eines Epilepsieanfalls geraten sein, als er 1867 dieses Bild im Baseler Museum sah.

 

Der Betrachter blickt von der Seite auf den in einem Sarg liegenden Leichnam. Sachlich und mit Detailfreude hat der Maler den ausgemergelten Leib gemalt. Am Ende reicht eine flache Kiste, um den Menschen zu entsorgen.

 

 

„Der Tod und der Mönch“, Holzschnitt (1526)

 

1526 entsteht eine Serie von Holzschnitten, die – eigentlich eher untypisch für Holbein – noch einmal den Geist des Mittelalters atmen: der Totentanz. 1523 – 26 hatte in Deutschland der Bauernkrieg getobt. Holbein hielt sich in dieser Zeit in Frankreich und England auf, dürfte aber doch Kunde von den Geschehnissen bekommen haben.

 

Holbeins Holzschnitte sind ganz klein – nur 5 cm breit. Alle Stände werden vom Tod zum Tanz geladen oder brutal zum Grab gezerrt. Wild zupackend greift sich der Tod auch den Mönch.

 

 

„Der Tod und der Ackermann“, Holzschnitt (1526)

 

Auf dem Blatt mit dem Ackermann gewinnt Holbein durch den Bogen der Ackerfurchen Raumtiefe. In der Ferne lockt eine friedliche Landschaft. Holbein lässt das Pferdegespann ein wenig aus der Richtung der Furchen ausscheren und betont dadurch die bogenförmige Komposition.

 

Ein Pferd düngt den Boden – typisches Beispiel für die Detailfreude der damaligen Kunst. Neben dem Gespann läuft der Tod einher. Holbein zeigt, dass der Tod auch als ganz kleine Figur in Rückenansicht die Gewalt und Ausweglosigkeit des Sterbens vermitteln kann.