Lukas Cranach der Jüngere

„Wie der Vater, so der Sohn“, dieser Spruch definiert passend das Werk Lukas Cranach des Jüngeren (1515 – 1586). Sein Stil lässt sich nur wenig vom Spätstil seines Vaters, Lukas Cranach des Ältern, unterscheiden. Lukas Cranach der Jüngere übernahm schließlich auch die Leitung der familieneigenen Malerwerkstatt und führte das Werk seines Vaters fort.

 

 

„Herkules und die Pygmäen“, Gemälde (1551)

 

Die wenig bekannte Episode aus dem Leben des Herkules, in der Zwerge den Held überfallen, geht auf die Eikónes („Bildbeschreibungen“) von Philostratos zurück.

 

Offensichtlich hat der jüngere Cranach von seinem Vater auch den Humor geerbt. Die Zwerge rücken schwer bewaffnet, aber mit den Mienen ehrbarer Bürger heran. In Herkules Kinn steckt schon ein Pfeil. Zwei Zwerge wollen ihm gar mit einer Säge den Fuß abtrennen. Auf einem zweiten, gleichgroßen Gemälde werden die Pygmäen von Herkules in die Flucht geschlagen.

 

 

„Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers“, Gemälde (1537), Detail

 

Immer wieder ist die „Weibermacht“ ein Thema der Dürerzeit. Salome betört durch einen Tanz den Herodes, der ihr einen beliebigen Wunsch freigibt. Von ihrer Mutter lässt Salome sich anstiften, den Kopf des Johannes zu fordern.

 

Auffällig ist, wie Lukas Cranach d. J. die Szene in einer für die Cranach-Werkstatt typischen Weise darstellt: Völlig emotionslos bringt Salome den Kopf des Täufers heran, völlig emotionslos reagieren die Anwesenden. Eine Hinrichtung kann diese Tischgesellschaft nicht aus der Ruhe bringen.